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Reifenriese setzt auf Recycling

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Der Name ist geläufig, die Produkte stehen für allerhöchste Qualität. Jetzt will der Reifenhersteller Continental den nächsten Schritt gehen. Neben dem Verkauf hochwertiger Reifen setzt das Unternehmen nun auch auf das Recyclingprinzip. Hierzu wurde am 19.11.2013 eine neue Anlage eröffnet, die sich nur um die Aufbereitung abgefahrener Lastwagen- und Busreifen kümmert. 7,1 Millionen neue LKW-, Bus- und Spezialreifen verkauft Continental jährlich, die Kapazität der neuen Anlage ist daher eher klein. Das Verfahren allerdings ist nahezu revolutionär. Durch spezielle Verfeinerungen wurde die Aufbereitung noch weiter perfektioniert. Continental lässt hier sein ganzes Know How aus der jahrzehntelangen Reifenproduktion einfließen.

Die Anlage wird jährlich bis zu 180.000 abgefahrene Pneus aufbereiten, die dann auch laut Conti-Reifenvorstand Nikolai Setzer ganz nah an das Niveau von Neureifen herankommen werden. Das geläufige Verfahren rund um das Härten der Kautschukmischung wurde überarbeitet, so dass nun die bereits vulkanisierten Teile geschont werden. Diese werden normalerweise ebenfalls vom Prozess erfasst, was Energie kostet und die Materialien entsprechend belastet. 10 Millionen Euro steckte der Reifenriese in die neue Anlage, 1,2 Millionen davon wurden durch den Bund beigesteuert, der die Anlage als "grünes Leuchtturmprojekt" einstuft und so mit finanziert. Die Runderneuerung von Nutzfahrzeugreifen ist kein Neuland. Diese Reifen sind größer und breiter, damit haben sie einen höheren Reifenquerschnitt, somit auch eine breitere Auflagefläche. Ab einer bestimmten Dimension können diese Reifen nachgeschnitten werden.

Das bedeutet, dass das Profil tiefer eingeschnitten wird. Reifen, die dieses Verfahren unterstützen, tragen die Aufschrift "regroovable". Das Nachschneiden von Reifen ist im Motorsportbereich und bei Speditionen ganz normal. Dadurch wird die Kilometerleistung um bis zu 30 Prozent erhöht und der Kraftstoffverbrauch zudem um ca. 5 Prozent reduziert. Der Clou: Selbst nach dem Nachschneiden ist die Runderneuerungsfähigkeit der jeweiligen Reifen weiter gewährleistet. Weil sie sehr viel höher belastet werden als gewöhnliche PKW-Reifen, müssen Nutzfahrzeugreifen natürlich auch entsprechend anders verarbeitet werden. Im wahrsten Sinne des Wortes "ins Gewicht" fällt das bei der Tragfähigkeit dieser Reifen, die bei bis zu 6 Tonnen liegt. Zum Vergleich: Ein gewöhnlicher PKW-Reifen hat eine Tragfähigkeit von 400 bis 800 KG, also nicht mal 1/6 der Tragfähigkeit eines Nutzfahrzeugreifens. Die Aufbereitung ist daher sicher kein Zuckerschlecken, wurde aber dennoch von Continental revolutioniert, was die Wenigsten überraschen wird. Conti ist schließlich kein No Name in seiner Branche. Das seit 1971 bestehende Unternehmen Continental beschäftigt etwa 175.000 Mitarbeiter an 200 Standorten in 46 Ländern (Stand aus 2012) und hat seinen Hauptsitz in Hannover. Dort entstand auch die neue Aufbereitungsanlage. Der Jahresumsatz des renommierten Reifenherstellers lag allein 2012 bei ca. 2 Milliarden Euro. Seit gut einem Jahr ist Continental zudem wieder im wichtigsten deutschen Aktienindex, kurz DAX, vertreten. Vom reinen Reifenhersteller entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Automobilzulieferer der Welt und ist in dieser Branche auch auf Platz 2 in Europa. Auf Platz 1 steht hier Bosch.

Joomlart